Heilbericht

Heilen in Seelenverbindung

„Ich bekämpfe keine Krankheiten – ich begleite Menschen“

Ich bin im Wallis in einem Bergdorf aufgewachsen. Als Kind war ich oft allein- und doch nicht. Meine Eltern mussten viel arbeiten und wir Kinder halfen mit. Viele Arbeiten tat man alleine. Ein prägendes Erlebnis war das „Wässern“ der Matten. Eine Person schlug oben eine Platte in den Wassergraben und ich wartete zuunterst der Wiese bis das Wasser über die Wiese kam. Das dauerte dann immer eine kleine Ewigkeit. Wenn ich das glitzernde Wasser kommen sah, schrie ich: “S‘isch da!“ Die Platte wurde versetzt und ich wechselte den Standort. So ging das einen ganzen Nachmittag. Dort in der Natur, auch beim Geissen hüten, fand ich immer wieder Kontakte zu Naturwesen und manchmal auch zu Verstorbenen. Mich freuten diese Begegnungen, sie beglückten mich, ich fühlte mich dann nicht einsam und allein. Niemand redete von den Begegnungen mit der feinstofflichen Art und so dachte ich; jeder hat solche Begegnungen aber darüber redet man nicht. War ich ja doch sowieso eher ein wortscheues Wesen.

 

Meine Mutter wurde im Dorf immer geholt wenn jemand im Sterben lag oder schon gestorben war. Manchmal am Abend erzählte sie respekt- und ehrfurchtsvoll, aber nie beängstigend, von ihren Erfahrungen mit den Sterbenden und Verstorbenen. Meine vier Schwestern meinten oft, dass ich anders sei als sie, dass ich irgendwie in fremden Schuhen unterwegs sei. Bei den Erzählabenden meiner Eltern schien ich die einzig Interessierte unter den Kindern. Mir tat es jedoch sehr gut zu spüren, dass auch ich, trotz meiner speziellen Wahrnehmungen normal war, und nicht allein anders war.

 

Als Jugendliche erlebte ich in einer Selbstverständlichkeit, dass die Menschen zu mir kamen um mir ihre Sorgen und Leiden anzuvertrauen und manchmal auch um Rat zu fragen, oder mit der Bitte, sie ein wenig festzuhalten. Ich bin und war verschwiegen, was allgemein bekannt war und sehr geschätzt wurde.

 

Später kam ich auf eigenen Wunsch in die Deutschweiz, weil ich unbedingt den Beruf zur Sozialpädagogin erlernen wollte und dies im Wallis nicht möglich war. Bei einem Besuch an einem Fest zuhause klemmte sich ein 11 jähriges Mädchen den Finger in einer zuschlagenden Autotür ein und schrie herzzerbrechend auf. Ich nahm sie in die Arme hielt ihren zerquetschten Finger in meine Hände, bat um Heilung, das Mädchen verstummte, schaute auf ihren Finger, strahlte mich an. Der zerquetschte Finger war spontan geheilt. Ich war selbst überrascht und natürlich beglückt dass diese Spontanheilung stattfinden konnte.

 

Später gründete ich mit meinem Mann eine heilpädagogische Pflegefamile. Wir nahmen zu unserer leiblichen Tochter sechs sozial benachteilte Pflegekinder zu uns in die Familie auf. Während 25 Jahren waren wir in erster Linie als Pflege- und Ersatzeltern mit allem drum und dran für die Kinder da. Vor gut 20 Jahren hörte ich zum ersten Mal, dass es Mediums und Heiler gibt. Interessiert meldete ich mich zu meiner ersten medialen Sitzung an. Dabei wurde ich gebeten meine heilerischen Gaben Menschen zu Verfügung zu stellen. Da „unsere“ Kinder junge Erwachsene und selbständig wurden nutzte ich die frei werdende Zeit um mich weiterzubilden. Ich besuchte bei Georges-Paul Huber die Heilerausbildungsseminare und widmete ich mich auch sonst zunehmend der Entwicklung meiner Spiritualität, Sensitivität und Trance-Medialität. Mehrfach wurde ich auch angefragt für Sterbebegleitungen. Zuhause richteten wir für mich ein freies Zimmer ein als Praxisraum. Durch Mund-zu-Mundpropaganda kommen Menschen zu mir in die Heilberatungen und –begleitungen und fragen mich auch an für die Sterbebegleitung.

 

Heil werden - Heil sein ist ein sehr individueller Prozess und hat immer auch mit den eigenen Selbstheilungsenergien zu tun. Es stellt sich ja auch immer wieder die Frage: will ich wirklich gesund werden, gesund leben und sein und wenn ja, was ist anders als in der jeweiligen Krankheitssituation oder der Bedrängnis. Was stört mich selbst in der jetzigen Lebensweise? Was wird wie anders, wenn ich es verändere? Die Erfahrungen als „Sterbeamme“ lernte mich, dass es im Leben nie auf das Viele, die Menge, die Quantität ankommt, sondern auf die Qualität, und am Ende des Lebens sich einzig die Frage stellt: “Wie habe ich mich gelebt?“

 

Wie bei so vielem im Leben braucht es manchmal zur eigenen Energie, eine Zusatzenergie wie ein „Gehstock oder eine Krücke“, ein zusätzliches Hilfsmittel, um etwas zu überdenken, zu beschauen, etwas wieder in Gang zu bringen oder zu korrigieren. Manchmal reicht es, eine heilende Hand aufzulegen, heilvolle unterstützende und überdachte Gedanken auszusprechen, die Verbindung von Seele zu Seele, manchmal braucht es die Zusatzenergie von den geistigen Heilhelfern und die Verbindung mit der universellen Heilquellenenergie aus der Urschöpfungskraft.

 

Im Verlauf der Jahre durfte ich ganz viele beglückende Heilwirkungen erleben. Vor gut 10 Jahren hatte mein Mann eine Hirnblutung und danach drei Hirnschläge. Innig stand ich ihm zur Seite und bat immer wieder um Heilung und Hilfe. Es folgten 4 Monate Spitalaufenthalt und Rehabilitation. Er wurde im Verlauf eines Jahres wieder ganz gesund und konnte danach wieder all seinen Tätigkeiten nachgehen. Meine Dankbarkeit ist bis heute riesengross und ich entwickelte in dieser Zeit ein inniges vertrautes Freundschaftsverhältnis zu meinen geistigen Heilhelfern.

 

Zunehmend behandelte ich danach in meinem Praxisraum zuhause Menschen die heilvolle Unterstützung notwendig hatten und haben. Auffallend viele Kniebeschwerden konnten oft nach einer oder zwei Behandlungen geheilt werden. Es gibt Menschen die kommen gerne in gewissen Rhythmen immer mal wieder. Sie sagen, sie fühlten dann eine gute, ihnen zur Verfügung stehende Grundenergie, die ihnen das Leben leichter mache. Bei psychischen Leiden, Erschöpfungs- und Depressionszuständen braucht es oft eine längere Zeit der Heilbegleitung bis Erfolge bemerkt und genutzt werden können. Manchmal kommen auch mehrere Personen mit einem Auto: zuerst eine Person, dann zwei, dann drei und mit der Zeit kommt eine vierte dazu. An einem Tag mache ich jedoch höchstens vier Behandlungen, da ich für jeden einzelnen Menschen genügend Achtsamkeit und Aufmerksamkeit haben will.

 

Es kam vor vier Jahren ein Mann zu mir mit Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Schwindel. Gleich nach dem ersten Treffen verschwanden die Beschwerden, er ist aber überzeugt dass er es nötig hat viermal im Jahr die heilvolle Energie zu empfangen, damit es ihm weiterhin so gut geht. Zwischendurch hatte er mal grosse Beschwerden in seinem rechten Knie. Er suchte den Arzt auf und bekam einen OP-Termin. Zwischenzeitlich kam er zu der seit längerem vereinbarten Energiebehandlung. Er erzählte mir von seinem Problemknie, dass er es bald operieren lassen müsse. Ich schloss es in die Behandlung ein, die Beschwerden verschwanden und er konnte den OP-Termin absagen.

 

Selten kommen aber auch Menschen zu mir, die von grosser Ungeduld geprägt sind. Es sollte alles möglichst sofort und ohne Kosten gut werden. Oft sind es Menschen die noch nicht bereit sind, ihre Schattenmomente zu beachten - zu betrachten und sich neuen Gesinnungen zuzuwenden. Sie möchten, dass die Seelenbegleiterin per Telefon oder einem einzigen mal Hände auflegen Wunder bewirkt. Aber welche Wunder sollten es denn sein, und wie würde dann damit weiter gelebt? Heil werden –heil sein hat nach meinen Erfahrungen und Erlebnissen viel mit dem Prozess der achtsamen und liebevollen Verinnerlichung zu tun, mit der Versöhnung, der Eigenliebe und Wertschätzung sich und allem Sein gegenüber. Heilen hat immer auch etwas Geheimnisvolles, Mystisches an sich und es ist nicht immer alles klar ersichtlich oder kann über den Verstand erklärt werden. Der Glaube ans Heil-werden-können hat sicher eine grosse unterstützende Zusatzkraft.

 

Die heilenden Energien sind oft sehr sanft, oft fast nicht spürbar wahrnehmbar und dennoch werden die positiven Veränderungen wahrgenommen und geschätzt und ein Prozess kommt in Gang. Manchmal kommt es aber auch vor, dass ein Wesen sich in einer Behandlung und danach so fühlt als ob gerade an ihm operiert würde. Es braucht dann manchmal auch 2-3 Tage nach der Behandlung eine Erholungszeit. Bis jetzt durfte ich aber erleben, dass nach solchen Empfindungen das Leiden verschwunden war oder eine deutliche Linderung verspürt wurde.

 

Jede Heilbehandlung ist individuell, wie auch jeder Heilmoment oder –prozess. Das Heilen ist für mich immer wieder ein heiliger Moment und ich verspüre eine grosse innere Dankbarkeit für diese Gabe.

14.10.2013 Hofmann-Furrer Sisy / A-L.